Anschauungsunterricht auf Englisch

VON TOBIAS KLEINEBRAHM

Goch-Nierswalde 07.05.2007

Auf dem Nierswalder Kuhhof zwischen Bauernhaus und Stall schart Lehrerin Marie Zammit ein Dutzend Kinder um sich herum.
„Old McDonald had a farm...“, legt sie los und ihre Schüler stimmen mit ein. „On his farm he had a cow...“,
Der englische Text kommt den 4 bis 11-jährigen Knirpsen erstaunlich gut über die Lippen. Kein Wunder, schließlich haben die Milchbauern
Annette und Reiner Hans, an diesem Tag die Gocher Filiale der Arnhem International School zu Gast, eine Privatschule, an der ausschließlich
in englisch unterrichtet wird.


Der Lehrplan

Anschauungsunterricht der besonderen Art steht auf dem Lehrplan. Nachdem Miss Zammit die Kinder in der Schule
schon theoretisch auf den Bauernhof-Besuch vorbereitet hatte, durften die Kinder dann auch selbst Hand anlegen: Kälbchen streicheln
und füttern, Planwagen fahren und sogar Kühe melken – was man auf dem Bauernhof eben so alles machen kann.
Solch praxisbezogener Unterricht, auch außerhalb des Klassenzimmers, ist Teil der Philosophie der Arnhem International School.
In der Gocher Filiale auf dem Gelände der Arnold-Janssen-Schule werden mittlerweile 23 Kinder von drei Lehrern in zwei Klassen
nach britischem Lehrplan unterrichtet. Die jüngeren von der Australierin Marie Zammit, die älteren von der Amerikanerin Amanda Ege.
Die Schülern sind Diplomatenkinder aus aller Herren Länder, Kinder von Nato-Soldaten aus Kalkar, aber auch Kinder aus der Umgebung,
deren Eltern ihren Kindern mehr als die staatliche Schulbildung angedeihen lassen wollen.

So wie die Kuhhof-Betreiber Annette und Reiner Hans, deren Sohn Sören (4) seit sieben Monaten auf die Arnhem International School geht.
„Anfangs sprach er gar kein englisch und konnte nicht einmal erklären, wenn er zur Toilette wollte“ sagt Annette Hans,
„aber mittlerweile spricht und liest er schon sehr gut englisch.“ Diese internationale Ausbildung komme den Kindern
später im Berufsleben einmal zugute, weiß Annette Hans, die selbst eine Privatschule besucht hat.

Gut 3 000 Euro pro Jahr lassen sich die Eltern die Schulbildung ihrer Kinder kosten,
dafür ist dann aber auch alles inklusive: Schulbücher, Mittagessen und Ausflüge, wie eben jener zum Nierswalder Kuhhof mit anschließendem
Abstecher zum Reiterhof Reichswaldhof.